Dienstag, 12. Januar 2016

Kirchengemeinde für 2 Jahre aus Frohbotschaftskirche ausgezogen

 Lass mich wohnen in deinem Zelt ewiglich
und Zuflucht haben unter deinen Fittichen."
Psalm 61,5

Der 10. Januar 2016 wird ein markantes Datum in der Geschichte unserer Kirchengemeinde bleiben: An diesem Sonntag zogen Gemeindeglieder und Gäste in einem bewegenden und sehr gut besuchten Gottesdienst aus der Frohbotschaftskirche aus und ins Gemeindehaus ein. Dort im Gemeindehaus werden nun für die nächsten zwei Jahre alle Gemeindeaktivitäten stattfinden.

Grund des Umzuges ist der Umbau der Frohbotschaftskirche, der im Frühjahr diesen Jahres beginnen soll. Damit blickt die Gemeinde auf eine etwa 28-jährige Planungsgeschichte zurück, bis sich unser Anliegen nun endlich in die Tat umsetzen lässt: Als Gemeinde und evangelische KiTA im Zentrum des Dulsberges, am Straßburger Platz, zukunftsfähig zu bleiben.


Dieses Ziel ist für uns alle mit einer großen Veränderung verbunden: Wir müssen die Frohbotschaftskirche in ihrer jetzigen Innengestaltung und -nutzung aufgeben. 78 Jahre lang war sie beinahe ausschließlich für Gottesdienste und Kirchenkonzerte genutzt worden.


In der Zukunft werden dort jeden Tag Menschen von 0-99 Jahren ein- und ausgehen, denn sowohl die Gemeinde mit all ihren Arbeitsbereichen als auch die KiTA werden nach dem Umbau unter dem gemeinsamen Dach der Kirchenhülle zu Hause sein. Jeder der beiden Bereiche allerdings dann auch wieder für sich -  jeweils in einem kleinen neuen Haus, das in die bestehende Kirchenhülle eingebaut wird.

Der Abschied von der über 70-jährigen Nutzung stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 10. Januar, der unter großer Beteiligung von Gemeindegliedern, Dulsbergerinnen und Dulsbergern, NachbarInnen aus den angrenzenden Kirchengemeinden und Stadtteilen, VertreterInnen aus dem Kirchenkreis und der Politik sowie den Baufachleuten für den Umbau gefeiert wurde.


Gerade die Klagegebete zu Beginn sowie der Rückblick an acht verschiedenen Stationen in der Kirche auf Vergangenes eröffneten den BesucherInnen Raum zur Erinnerung an eigene Erlebnisse mit der Kirche. Pröpstin Astrid Kleist nahm Klage und Erinnerung in ihrer Ansprache mit auf und führte sie weiter zu einem Ausblick in die Zukunft. Sie beleuchtete die Angst und den Schmerz über den Auszug aus den Räumen ebenso wie die Hoffnung auf das Kommende, das entstehen möge. Zudem machte sie noch einmal deutlich, dass zwar der Einbau von Gemeindehaus und KiTA in eine Kirche in Hamburg ein einmaliges Projekt ist, andere Gemeinden allerdings ähnliche Prozesse bereits durchlaufen haben – wie z.B. die Nachbargemeinde Alt-Barmbek, die zwei Kirchen vollständig hat aufgeben müssen – und diese auch erfolgreich abschließen konnten.
Pröpstin Astrid Kleist
Ein gemeinsames Abendmahl im Anschluss an die pröpstlichen Worte gab die Stärkung, um den Auszug aus der Kirche zu begehen: KirchenvorsteherInnen und Jugendliche der Gemeinde trugen in einer langen Prozession und gefolgt von allen GottesdienstbesucherInnen die Bibel, die Altarkerzen, das Abendmahlsgeschirr und die Taufkerze aus der Kirche heraus und in den Gemeindesaal hinein. Kaum fanden alle knapp 200 Gäste im Saal Platz, in dem der Gottesdienst beendet wurde und der anschließende Empfang stattfand.








In einer Ansprache dankten wir als Gemeinde allen FördererInnen des Projektes wie den ehemaligen PastorInnen der Gemeinde, die zahlreich erschienen waren, dem Kirchenkreis Hamburg-Ost, der Stadt Hamburg, dem Bezirk Hamburg-Nord, dem Amt für Denkmalschutz sowie alle am Umbau beteiligten Fachleuten.
Pastorinnen Wichern und Riepkes
Schon einen Tag später begann das Ausräumen der Kirche, um den Platz für erste Vorarbeiten zum Umbau zu schaffen: Als erstes wird die Orgel ausgebaut (siehe eigener Beitrag). Auch ein Teil der Bänke sowie das Kunstwerk von Otto Flath sind bereits verkauft.

Der Altar, der Taufstein, die Kanzel sowie die restlichen Bänke können noch abgegeben werden – für den späteren kleinen Gottesdienstraum sind sie nicht mehr nutzbar.

Alle Einrichtungen der Kirchengemeinde können im oder am Gemeindehaus bleiben. So wird die Stöberstube am kleinen Eingang von der Weißenburger Straße aus zu finden sein und die Lebensmittelausgaben dienstags und freitags im Saal stattfinden – ebenso wie die Gottesdienste am Sonntag.

Der Baubeginn, der für Anfang Mai vorgesehen ist, wird am 03. April nach dem Gottesdienst mit einem symbolischen Spatenstich eingeläutet, zu dem wieder alle eingeladen sind. Während der Bauphase  werden wir auf unserer Webseite (www.kirche-dulsberg.de) oder hier im Blog über den Baufortschritt berichten.Und wenn alles gut läuft, soll der Umbau Ende 2017 abgeschlossen sein.

Inwieweit dann schon neue Möbel und ein neues Musikinstrument für den Gottesdienstraum angeschafft sind, ist zur Zeit noch unklar. Dennoch freut sich die Gemeinde sehr und dankt allen SpenderInnen herzlich für die Kollekte vom Abschiedsgottesdienst, bei der über 800,00 Euro für Neuanschaffungen zusammengekommen sind.      

Pastorin Maren Wichern